Die nie eroberte Festung Bourtange

Die Ostgroninger Festung Bourtange geriet wegen ihrer strategischen Lage mehrmals unter Beschuss. Doch kein einziger Festungshauptmann dachte jemals an eine Übergabe, nicht einmal für zweihunderttausend Gulden.


An der Wiege der imposanten Festung Bourtange stand kein Geringerer als der ‘Vater des Vaterlandes’: Wilhelm von Oranien. Er erteilte 1580 den Auftrag, auf einem Sandrücken im Bourtangermoor an der Grenze zum heutigen Deutschland ein Fort zu errichten.

Mit dem Bauwerk wollte der Oranier einen wichtigen Versorgungsweg in die Stadt Groningen versperren. Diese war in jenem Jahr unter spanische Herrschaft geraten. Mit der Verteidigungsanlage Bourtange konnte sie von ihren Zufahrtsrouten vollkommen abgeschnitten werden. 1593 wurde die Festung im Auftrag seines Nachfolgers, Wilhelm Ludwig von Nassau, vollendet.

Trotz ihrer exponierten Lage wurde die Verteidigungsanlage niemals von feindlichen Heeren eingenommen. Im Jahr 1672 wagte der Bischof von Münster, ‘Bomben-Bernd’ genannt, einen Eroberungsversuch. Allerdings hatte er dabei seine Rechnung ohne einen Mann gemacht: den standhaften
Hauptmann Prott.

Am 11. Juli 1672 standen die Münsteraner Truppen vor dem Tor der Festung Bourtange. Bevor auch nur ein Schuss gefallen war, versuchte
der Bischof den Hauptmann mit einem Batzen Geld zu bestechen: 200 000 Gulden sollte er für eine kampflose Übergabe der Festung bekommen. Der tapfere Hauptmann Prott soll darauf geantwortet haben: „Für Euch liegen 200 000 Gewehrkugeln bereit, solltet Ihr die Belagerung nicht abbrechen!“ Nach wenigen Tagen des Beschusses musste Bomben-Bernd seine Niederlage hinnehmen und zum Rückzug blasen.


Mit der Entwicklung der modernen Kriegsführung verlor die Festung ihre Bedeutung, weshalb sie 1851 offiziell aufgegeben wurde. In den 1960-er Jahren beschloss die Gemeinde Vlagtwedde den vollständigen Wiederaufbau der Verteidigungsanlage im Zustand des Jahres 1742, als die Festung ihre größte Ausdehnung hatte. Die vielen Sehenswürdigkeiten und Museen geben dem Besucher heute einen besonderen Einblick in die Kriegsgeschichte jener Zeit und das damalige Leben auf der Festung.


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