Stadt zwischen Damsterdiep un Nieuwe Diep

Appingedam ist zwar nicht groß, aber immerhin doch eine Stadt, mit allen dazugehörigen Rechten. Einst war sie ein lebendiger Handelsort. Zwischen dem Damsterdiep und dem Nieuwe Diep sind die Spuren der geschäftigen Vergangenheit noch deutlich zu erkennen. Und auch heute gibt es hier noch viel zu erleben.

 


Als Handelsstadt und Verwaltungszentrum der Region Fivelingo war Appingedam lange die große Konkurrentin von Groningen, der einzigen anderen ‘echten‘ Stadt in der Provinz. In ihrer Blütezeit waren die Straßen erfüllt von den Rufen der Händler und dem emsigen Treiben der Handwerker. An den Kais wurden Rinder, Schweine, Butter, Speck, Bier, Käse und Holz aus den Schiffen geladen. Viele Waren wurden direkt in der Stadtwaage gehandelt, der Rest lagerte in den Speicherhäusern am Damsterdiep. Am Ufer dieses­ Kanals standen auch Ziegeleien, Kalköfen und Werften. Die Stadt hatte sechs Brauereien, zwei Brennereien, eine Essigfabrik, mehrere Gerbereien, Seilereien und Webereien. Im 18. Jahrhundert wurden hier noch fünfzig Seeschiffe für den Handel mit dem Ostseeraum beladen, und fast täglich verkehrten Linienschiffe mit Passagieren, Post und Vieh nach Sneek, nach Amsterdam und ins ostfriesische Leer. Allmählich ließ die Betriebsamkeit jedoch nach.­­

Pelikan mit Jungen

Im Stadthafen hinter der Nikolaikirche lie­gen heute Freizeitboote. Hin und wieder gleitet ein Kanu unter der weißen Zugbrücke mit dem Namen Nieuwedieptil hindurch. Gegenüber dem Pavillon legt das Rundfahrtschiff an. Zwischen dem Hafen und der Kirche liegt eine kleine Grünanlage mit einem achteckigen Musikpavillon. In einen toten Baumstamm wurde kunstvoll das Wappen der Stadt geschnitzt: ein Pelikan mit drei Jungen. Wer durch das Zentrum spaziert, kann die Spuren vergangener Jahrhunderte leicht entdecken: schmale Gassen, alte Giebel, die kleinen Brücken über das Damsterdiep und die drei berühmten hängenden Küchen.­­ Die Gebäude, an denen die Küchen hoch über dem Wasser hängen, dienten einst als Lagerhäuser. Als sie zu klein wurden, war ein Ausbau an der Solwerderstraat, dem schmalen Deich an der Nordseite des Damsterdiep, kaum möglich. Daher wurde an der Rückseite über dem Wasser zusätzlicher Raum geschaffen.

Besonderes Trio

Bei einem Rundgang durch das Zentrum und entlang der Läden in der schmalen Dijkstraat (dem südlichen Deich des Damsterdiep) sollte man unbedingt einen Abstecher zur Nikolaikirche machen. Diese bildet ein besonderes Trio mit dem frei stehenden Kirchturm und dem direkt angebauten Rathaus. Der Bau begann im 13. Jahrhundert. Das Gemäuer verrät, dass später noch viele Erweiterungen folgten. Die rote Backsteinkirche gehört zur Top 100 der niederländischen Baudenkmäler auf der UNESCO-Liste. Im Erdgeschoss des kleinen Rathauses mit seiner Fassade voller Figuren, Bögen und Fensterläden war einst die Stadtwaage untergebracht. Bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein wurden hier noch Rinder und Schweine gewogen, bevor sie ihren Besitzer wechselten. 

Tipps

  • Jedes Jahr findet im Augustus in Appingedam das größte Shanty-Festival Europas statt, das Bie-Daip-Festival. Die Chöre treten u. a. im Musikpavillon hinter der Nikolaikirche auf.
  • Auf dem jährlichen Coopluydenmarkt, ebenfalls im August, kämpfen wackere Ritter um holde Jungfrauen. Am Fuße des Kirchturms sitzen Bettler, Handwerks­leute preisen ihre Waren an, es gibt Tän­ze und Flugschauen mit Greifvögeln. Einen Tag lang herrscht im Zentrum der Stadt mittelalterliches Flair.
  • In dem im englischen Landschaftsstil angeleg­ten Park des Landguts Ekenstein (1648) am Damsterdiep lässt es sich herrlich flanieren. Hier gibt es auch einen Streichelzoo und einen Hirsch­garten. Alberdaweg 70
  • Das Museum Stadt Appingedam gegenüber der Nikolaikirche, widmet sich der Geschichte der Stadt und den vielen einstigen Handwerkergilden. Bekannt war Appingedam vor allem für seine Silber­schmiedegilde. Wijkstraat 25,
  • In seinem historischen Bauernhaus Muzenheerd am Damsterdiep stellt der Maler Rob Mehlmann realistische und figurative Kunst aus. Westersingel 102-104, ­
  • Im Gebäude des Fremdenverkehrsbüros VVV (Oude Kerkstraat 1) sind wechselnde Ausstellungen über die Stadt zu sehen. Hier bekommt man auch Infor­mationen über Stadtrundgänge, Bootsrundfahrten usw.:

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