Die Must-Sees von Groningen

Was man in Groningen nicht verpassen darf


Die Nordspitze das Landes: De Hemelpoort


Der nördlichste Punkt der Niederlande liegt in der Provinz Groningen, genauer gesagt bei Noordkaap. Dieser besondere Ort - nur ein paar Schritte nördlicher steht man im Wattenmeer - wird durch das 2,5 Meter hohe Kunstwerk „De Hemelpoort“ markiert. De Hemelpoort steht verlassen und allein auf dem Deich und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung, auf der einen Seite das Wattenmeer und auf der anderen Seite das Groninger Land mit seinen Schafen und Windmühlen.

Man könnte annehmen, dass diese beeindruckende Aussicht automatisch den Namen De Hemelpoort (Himmelspforte) erklärt, doch dem ist nicht so. Das Tor besteht aus vier Säulen, zwischen denen man stehen kann, um nach oben zu blicken. Genau, in den Himmel. Das Kunstwerk wurde von René de Boer aus Usquert geschaffen. De Boer hat sich bewusst dafür entschieden, die Skulptur aus COR-TEN-Stahl anzufertigen. Dieses Material ist sehr witterungsbeständig, und die Rostfarbe ähnelt der Farbe der Erde.


Amsterdamer Schule in Delfzijl

Neben Amsterdam gibt es keinen Ort oder keine Region in den Niederlanden, an dem der Stil der Amsterdamer Schule so häufig im Straßenbild sichtbar ist wie in der Provinz Groningen. Vor allem in Delfzijl, wo in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts fast ein komplettes Wohngebiet in diesem expressionistischen Stil gebaut wurde. Es geht um den Stadtteil Oud-West, auch bekannt als Zeeheldenbuurt, weil hier eine Reihe von Straßen und Plätzen nach alten Seehelden benannt wurde. In diesem Bezirk gibt es Dutzende von Häusern und Gebäuden im Stil der Amsterdamer Schule. Charakteristisch für diesen Stil sind die Verwendung von Backstein und die Dekorationen in den Fassaden, oft auch aus Backstein oder aus Naturstein. Ebenfalls typisch: die Leiterfenster, steile Dächer und Türmchen. Beim Touristenbüro in Delfzijl gibt es eine Wanderroute, die Sie entlang von 36 Häusern und Gebäuden führt. Die Route ist 2,5 km lang.


Höchste Kletterwand Europas


Bei Kletterzentrum Bjoeks geht buchstäblich nichts über Groningen. Bjoeks hat nämlich den höchsten Kletterturm Europas. Der Excalibur – so der Name des Turms – ist 37 Meter hoch und besitzt einen Überhang von 11 Metern. Dadurch wird das Klettern eine ganz schöne Herausforderung. Zum Glück muss man nicht unbedingt sofort wieder nach unten klettern: Es ist auch möglich, oben auf dem Turm zu übernachten. Wenn Ihnen ein Tag klettern nicht ausreicht, können Sie zudem am Fuße des Turms Ihr Zelt aufschlagen. Der Excalibur eignet sich nur für fortgeschrittene Kletterer. Wer erst wenig Erfahrung hat, kann sich in einer der beiden Indoor-Kletterhallen von Bjoeks austoben. Dort gibt es mehrere Kletterwände, von denen die höchste 18 Meter hoch ist. Bouldern - Klettern in geringer Höhe - gehört auch zu den Möglichkeiten. Im Innenbereich befindet sich eine kleine Boulderhalle, unter freiem Himmel gibt es darüber hinaus eine riesige 450 m2 große Boulderwand und einen Boulder-Park mit mehr als 200 festen „Boulders“ auf Beton.


Seeadler im Nationalpark Lauwersmeer


Wenn Sie über die N361 in den Nationalpark Lauwersmeer fahren, sehen Sie an der Straßenseite einen riesigen Seeadler. Keinen echten, sondern ein Profil dieses Raubvogels, das aus einer Stahlplatte ausgeschnitten wurde. Sofort wird einem klar, wie groß der Seeadler ist: Die fliegende Tür, wie der Vogel auch genannt wird, kann etwa zwei Meter breit und einen Meter lang werden. Mit ein bisschen Glück können Sie hier einen Seeadler in freier Natur entdecken. Die Chancen stehen gut, denn seit 2010 brüten Seeadler im Naturpark Lauwersmeer. Rund um das Lauwersmeer stehen mehrere Vogelbeobachtungshütten. Dort können Sie den Seeadler oder eine der vielen anderen Vogelarten in dieser natürlichen Umgebung beobachten.


Hängende Küchen in Appingedam


Es gibt nur drei von ihnen, doch sie gehören zu den am meisten fotografierten Orten von Groningen: die hängenden Küchen über dem Kanal Damsterdiep in Appingedam. In der Provinz Groningen gibt es nur zwei Städte, die noch aus dem Mittelalter stammen. Neben der Stadt Groningen gehört Appingedam dazu. Diese Stadt erhielt im Jahr 1972 den Denkmalschutzstatus. Im Zentrum der Stadt findet man noch viele mittelalterliche Gebäude. Das Highlight sind die drei hängenden Küchen und die kleinen Brücken über dem Kanal Damsterdiep. Der Grund für den Bau der Küchen über dem Wasser war Raummangel. Sie stammen vermutlich aus dem Jahr 1877, denn damals wurde der Emskanal eröffnet und der Damsterdiep verlor als Schifffahrtsweg an Bedeutung. Tipp für Fotografen: zu Fuß zur Brücke bis zur Kniestraat. Von dort aus kann man die Küchen am besten fotografieren.


Wandern und Spielen in De Heemtuin


De Heemtuin in Muntendam ist ein riesiges 50 Hektar großes Naturgebiet, in dem es viel zu erleben gibt. Außerdem ist es ein wunderschönes, abwechslungsreiches Wandergebiet mit Heide, Wald, Sand- und Wasserflächen. Für junge Naturliebhaber gibt es den Mammoetpad, eine spannende Wanderroute mit allen Arten von Holzhindernissen im oder neben dem Wasser. Spielen und toben können die Kleinen auf dem Naturspielplatz und in dem kleinen Insektengarten mit einem echten Wurm-Tunnel. Hier können die Kinder auf Entdeckungstour gehen.

Ein schöner Spaziergang wird noch besser mit dem Waldbingo. Die Kinder bekommen eine Bingo-Karte, und sobald sie eine der Pflanzen oder eines der Tiere entdecken, die auf ihren Karten stehen: Bingo! Auf dem Gelände stehen auch mehrere Mitmachkästen, die kleine Aufträge enthalten, die mit der Natur zu tun haben. 

Hunde sind in diesem Naturgebiet erlaubt. Es gibt sogar eine spezielle Route für die Vierbeiner und ihre Besitzer, „De Natte Neuzen-route“ (Nasse-Nasen-Route). Die Strecke ist etwa 3,5 Kilometer lang, Unterwegs können die Hunde frei herumlaufen und im Wald und Wasser spielen.

Und nach dem Spielen und Wandern? Im Pavillon gibt es für die Besucher das ganze Jahr hindurch Getränke und Snacks. Im Pavillon befindet sich auch ein kleiner Laden, in dem viele lokale Produkte wie Hannies Hakhonig und spezielles Küchensalz verkauft werden.  


Niehove: ein typisches Groninger Warftendorf


Das Warftendorf Niehove ist ein typisches Groninger Dorf. Das Dorf mit Denkmalschutzstatus hat eine jahrhundertelange Geschichte. Vor langer Zeit war es sogar eine Insel: Nachdem vor rund 800 Jahren die Lauwerszee entstand, lag Niehove (damals noch Suxwort bzw. Zuidwierde) auf der Insel Humsterland. Das Dorf wurde dort zum Hauptort. Erst ab dem Jahr 1500 wurde Humsterland durch Deiche mit dem Festland verbunden.

Auf dem höchsten Punkt in der Mitte des Dorfes steht die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche. Um sie herum sind in zwei Kreisen alle Häuser mit dem Rücken zum umliegenden Land gebaut. Dies wird auch „radial-konzentrisch angelegt“ genannt.

So klein das Dorf auch ist (Niehove hat nur etwa 300 Einwohner), es hat sein eigenes Besucherzentrum und sogar ein eigenes Café mit Restaurant. Die Kirche von Niehove ist nicht immer geöffnet, aber wer doch einen Blick hineinwerfen möchte, kann den Schlüssel bei den Nachbarn abholen. 


’t Waarhuis


An einem wunderschönen Ort im Norden von Groningen (an der Kreuzung des jahrhundertealten Kanals Aduarderdiep und dem ursprünglichen Reitdiep, einem der ältesten bestehenden Wasserwege Europa) steht das Waarhuis, ein im Jahr 1706 gebautes Haus.

Dieses Baudenkmal hat im Laufe von Jahrhunderten eine Menge Funktionen gehabt. Vor langer Zeit wurde dort Recht gesprochen von der „schepperij“, der Vorläufer der heutigen Wasserbehörde. Später wurde hier manchmal teils illegal Alkohol an Torfschiffer ausgeschenkt, es wurde Vieh gehalten und Gemüse angebaut.

Die Torfschiffer gehören der Vergangenheit an, doch es gibt wieder Vieh und Gastronomie. Heutzutage ist 't Waarhuis nämlich ein kleines Kulturparadies, in dem Ausstellungen, Konzerte, Abendessen und Kleinkunstvorstellungen stattfinden. Hier kann auch geheiratet werden.

't Waarhuis wird von „De King en de Dame“ bewohnt: Musiker Wouter de Koning und Sängerin Rika Dijkstra.  


Kleinstes Hotel der Welt


Ein ganzes Hotel mieten: So etwas können sich sonst nur Superreiche leisten, aber in Eenrum kann das jeder, denn hier gibt es ein Hotel mit nur einem Zimmer. De Kromme Raake ist damit das kleinste Hotel der Welt. 

Es ist im Art-déco-Stil eingerichtet und verfügt neben der Frühstücksküche und einem Salon sogar über ein richtiges Foyer. Geschlafen wird in einer Kingsize-Bettnische.

Um ein Haar hätten König Willem-Alexander und Königin Máxima hier ihre Hochzeitsnacht verbracht. Sie waren eingeladen, hatten aber schon anderswo gebucht. Ihr Dankschreiben mit Foto hängt über dem Ofen.

Sogar in China ist das kleine Hotel mittlerweile bekannt: De Kromme Raake hat es bis auf die Titelseite der South China Morning Post geschafft.

www.hoteldekrommeraake.nl


Kirchentür zu? Einfach beim Nachbarn den Schlüssel holen


Da wollte man nun dieses eine besondere Kirchlein besuchen und steht vor verschlossener Tür. Kein Problem: Bei vielen Kirchen in der Provinz kann man bei den Nachbarn den Schlüssel holen. So kann man auf eigene Faust und in aller Ruhe uralte Kirchen entdecken. Manchmal bekommt man auch etwas zu trinken, und manchmal darf man sogar an der Orgel Platz nehmen.

Wenn also die Tür zu ist, hängt daneben meist ein Zettel mit der Adresse der Nachbarn, bei denen man den Schlüssel bekommt. 


Göttliche Aussicht übers Watt


Die Umgebung, die alte Kirche, der riesige Kronleuchter von Studio Job: alles wunderschön. Aber es geht buchstäblich nichts über die Aussicht vom Kirchturm von Hornhuizen. In der Ferne erspäht man das Wattenmeer und mit etwas Glück sieht man die Inseln Schiermonnikoog, Simonszand, Rottumerplaat und Rottumeroog liegen. 

Der Kirchturm ist schon von Weitem zu sehen, denn der obere Teil ist in knallgelbem „Groninger Gold“ gestrichen. Die Farbe stammt aus der Zeit, da der Turm noch als Leuchtturm für die Schiffe im Watt diente. Da es noch keine großen Leuchtturmlampen gab, wurde oben im Turm ein Feuer entfacht, das den Schiffern den Weg wies. Noch heute ist der leuchtend gelbe Turm ein Orientierungspunkt.

Ein Blick in die Kirche lohnt sich. Im Eingang hängt ein riesiger Designerkronleuchter von Studio Job und ein Schrank mit kleinen Türchen enthält wissenswerte Informationen für Kinder.


Tankstelle Dudok


Die Dudok-Tankstelle am Turfsingel in Groningen ist zweifellos die interessanteste im ganzen Land: die einzige Tankstelle des Architekten Willem Dudok, die dem Zahn der Zeit getrotzt hat. Dudok entwarf das Gebäude 1953 im Auftrag der Mineralölgesellschaft Esso. Damals waren Tankstellen noch eine neue Erscheinung im Straßenbild, daher wurden oft namhafte Architekten mit dem Entwurf einer so modernen Anlage beauftragt. In den Niederlanden gab es 112 ähnliche Gebäude, doch die Groninger Tankstelle ist als einzige erhalten geblieben und zudem noch heute in Betrieb. Im Volksmund wird sie noch immer nach dem ehemaligen Betreiber als „BIM-Tankstelle“ bezeichnet, obwohl sie seit Jahren von Gulf betrieben wird.


Der schiefe Turm von Bedum


Eigentlich erstaunlich, dass sich um den Walfridusturm in Bedum keine Touristenscharen drängen wie um den Turm von Pisa, denn schließlich ist er noch schiefer als sein italienischer Bruder: Mit 2,61 Metern aus dem Lot ist er der schiefste Turm der Niederlande. Die Schieflage lässt sich am besten erfahren, wenn man sich mit dem Bauch an den Turm stellt und nach oben blickt. Ein schwindelerregendes Gefühl, das sich auch innen in der Kirche einstellt: Die Wände stehen schräg und der Boden ist abschüssig.


Lernen und gruseln im Universitätsmuseum


Im Universitätsmuseum der Rijksuniversiteit Groningen wandelt man zwischen Skeletten, ausgestopften Tieren, Steinen und wissenschaftlichen Instrumenten. In der Anatomiekammer kann man sich wunderbar gruseln: In Dutzenden kleinen und großen Gefäßen stehen hier menschliche Körperteile in Formalin. Beeindruckend sind auch die siamesischen Zwillinge und der Zyklop.  Genauso spannend ist ein Blick in die Vitrine mit der uralten Mumie Janus. Daneben steht der Kopf eines jungen Mannes mit Kraushaar. So hat Janus den Wissenschaftlern der Universität zufolge einst ausgesehen. Im Sprechzimmer der Feministin Aletta Jacobs, der ersten weiblichen Ärztin der Niederlande, scheint die Zeit stillzustehen. Viele Gegenstände in dem Zimmer, darunter der große Reisekoffer und der Schreibtisch, sind noch von Jacobs selbst.


Mittelalterliche Ruhe


In der Innenstadt von Groningen findet man noch Dutzende sogenannter Hofjes, oft versteckt hinter uralten Portalen und Türen. Ein Blick in diese Höfe lohnt sich, denn hinter den Mauern liegt eine Oase mittelalterlicher Ruhe. Die Hofjes beweisen, dass man in Groningen schon früher sozial eingestellt war. Witwen, Kranke, Arme, Waisen und Pilger fanden eine Bleibe in den Hofjes, die auch „Gasthuizen“ genannt werden. Jedes Hofje hat seine ganz eigene Geschichte. Im Geertruidsgasthuis zum Beispiel konnte man früher am Sonntag „Gekken kieken“: Gegen Bezahlung durften Besucher durch das Gitter die „Irren“ begaffen, die hier untergebracht waren. 


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